Thyssengas – Erfolgsgeschichten

Ochtrup – die stille Metropole intelligenter Erdgasverbindungen.

Bei Investitionen in die Infrastruktur gehen wir schonend mit der Umwelt um. So haben wir im Jahr 2010 unseren neuen Verdichter in Ochtrup eingeweiht. Er ist extrem leistungsfähig und spielt eine wichtige Rolle für die Erdgasversorgung.

Wer Erdgas über große Entfernungen durch Pipelines transportieren will, muss den Druck konstant halten. Dazu sind Verdichter an strategischen Punkten im Netz nötig. 400.000 Kubikmeter Erdgas wollen in Ochtrup bewegt werden.

Zwei elektrisch angetriebene Turbo-Aggregate mit 4,8 Megawatt Leistung erledigen diese Aufgabe bei Bedarf rund um die Uhr.

Neue Gashandels- und Transportwege halten den Gaspreis niedrig. Von alledem sollen die Anwohner und die Region profitieren – aber möglichst wenig beeinflusst werden. Dieses Ziel haben wir mit akribischer Detailarbeit erreicht. Die gewaltigen Verdichter sind in einem doppelschaligen Spezialgebäude verkapselt, dessen Türen und Tore schalldämmend sind. Sämtliche technisch erforderlichen Öffnungen sind ebenfalls mit schallschluckender Kulisse versehen.


Eine besondere Herausforderung stellten die Öl- und Gaskühler dar.

Die müssen in Kontakt zur Umwelt haben, um zu funktionieren. Hier hilft nur Feinschliff an allen Komponenten. Ansaugstutzen und -rohre haben eine genau berechnete Form, die die Strömungsgeräusche minimiert. Die Flügel des Kühlgebläses haben wir so designt und anfertigen lassen, dass sie flüsterleise arbeiten.

 

Nicht zuletzt soll sich die Verdichteranlage trotz ihres technischen Charakters möglichst harmonisch ins Landschaftsbild einfügen. Dazu haben wir die gesamte Anlage mit einem Wall umgeben, der mit für die Umgebung typischen Gehölzen bepflanzt ist. Selbst die Freiflächen innerhalb des Geländes sind landschaftsplanerisch gestaltet.

So haben wir unser Ziel erreicht: Die Anwohner haben nichts davon – keinen Krach, keine optische Verschandelung der Landschaft. Selbst im nächstgelegenen Haus kann man unseren flüsternden Riesen mit seinen 45 Dezibel nicht aus den normalen Naturgeräuschen heraushören.


„Rhysumer Nacken“ – erfolgreicher Plan für die friedliche Koexistenz von Natur und Technik.

Seit 1994 gibt es unsere Erdgastransportleitung von Emden Richtung Ruhrgebiet. Sie verbindet die bevölkerungsreichste Region und den wichtigsten Wirtschaftsraum Deutschlands mit den norwegischen Gasfeldern.

Wir sehen unsere Aufgabe darin, den steigenden Energiebedarf mit sicherer und ausreichender Erdgas­versorgung zu decken. Dazu passen wir unsere Netzinfrastruktur kontinuierlich den Bedürfnissen des Marktes an. Um die Kapazität unserer Erdgas­leitung zu erhöhen, bauten wir im Jahr 2005 eine neue Parallelleitung und einen neuen, leistungsstarken Verdichter.

Besonderheit: Die Leitung verläuft über 2.200 Meter genau unter dem europäischen Vogelschutzgebiet V 04 Krummhörn. Das hieß für uns: Sowohl Bau, wie auch der Betrieb der fertigen Anlage durften Brutverhalten und Leben der dort lebenden und geschützten Vogelwelt nicht beeinträchtigen.

Die genaue Analyse des Brut- und Rastverhaltens der verschiedenen Vogelarten durch Experten definierte ein Zeitfenster, in dem wir sämtliche Arbeiten erledigen mussten. In dieser Zeit führten wir eine technisch anspruchsvolle Horizontalbohrung durch, die die Leitung mit einer geschlossenen Verlegung durch den Untergrund führte. So konnten wir einen Rohrgraben vermeiden und die an der Oberfläche gelegenen Stillwasser und Schilfflächen samt ihrer Bewohner blieben ungestört.